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Der Ort
Gristow wird urkundlich erstmals im Jahre 1248 erwähnt. Die
Urkunde besagt unter anderem: "1248 November Herzog Wartislaw
III. bestätigt dem Kloster Eldena alle von seinem Vater, seiner
Mutter und ihm selber geschenkten oder bestätigten Besitzungen
und entsagt seinen im Weg der Erbschaft oder noch anderen
Titel etwa auf ihn gekommene Rechten in dem Land Wusterhusen
und im Fürstentum Rügen jenseits des Ryck gelegenen Klostergütern...".
Dazu gehörte auch "Cristogh" (Pommersches Urkundenbuch, 1.
Band). Eine befriedigende Erklärung des Ortsnamens ist kaum
vorhanden. Möglicherweise hat der Ort bei der Christianisierung
eine besondere Rolle gespielt, so daß man ihn als "Ort an
dem getauft wurde" benannte. Dieses bezieht sich auf das Wort
Chrest oder Chrzest gleich Taufe. Im Falle Gristow kann auch
das aus dem Tschechischen stammende Krest oder gar Krist vorausgesetzt
werden (Die Ortsnamen des Kreises Greifswald von Th. Wittkowski).In
der Gristower Schul- und Kirchspiel-Chronik bezieht sich Kantor
Gustav Claasen bei der Erklärung des Ortsnamens auf das Veraltete
Wort "grist" für eine öde und sandige Gegend. Gristow, das
mit einer Kirche und einem Pfarrsitz versehene, ansonsten
aus Büdner- oder Katenstellen bestehende Dorf, gab einer abgeteilten
Linie des Hauses der eingeborenen Fürsten von Rügen den Namen.
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Die Herren
von Gristow waren reich begütert. Sie besaßen eine feste Burg-
Gardist - und das Schloß Ekberg. Dieses wurde 1331 von den
Greifswaldern gestürmt, völlig zerstört und nicht wieder aufgebaut
(Unsere Heimat, von Fritz Kohls). Die Familie stammte von
Barnuta, dem ältesten Sohne des regierenden Fürsten Jaromar
I. von Rügen und tritt zum ersten Male mit dem Famieliennamen
de Gristowe auf. Der Ritter de Dotenberg, der mit Ida von
Gristow, Tochter des Ritters Joh.d. Gristow vermählt war,
gründete die Linie der Vogtei Loitz, deren reicher Grundbesitz,
bestehend sud Görmin, Fretow, Mesekenhagen, Kowall, Kalkvitz
und Anteilen an Gristow und Broock, zum Teil vom Brautschatz
der Ida von Gristow herrührte, aber bereits von ihr und ihren
Söhnen Henning, Bertram und Heino und den Enkeln Marquard
und Curt bis zum Jahre 1382 an die Stadt Greifswald verkauft
wurde. Die Ländereien von Gristow und Fretow waren zu Mitte
des 13. Jahrhunderts lediglich durch einen Graben, den sogenannten
Dammgraben, getrennt. Die Landstraße von Greifswald nach Stralsund
führte über Fretow - Gristow. An der Brücke über den Dammgraben
wurde der gristowsche Fürstenzoll erhoben. Der Weg war zu
beiden Seiten der Brücke gepflastert, daher wahrscheinlich
die Bezeichnung für den Dammgraben. Eine schwere Sturmflut
im Jahre 1396 zerstörte große Teile der Feldmark von Gristow
und Fretow. Die Brücke verschwand in den Fluten und aus dem
Dammgraben entstand eine breite Meeresbucht, die Gristowsche
Innwieck. Es entstanden die Inseln der Große und der Kleine
Werder. Bei Niedrigwasser, auch bei Windstille sind aus einem
Boot Reste der Brückenpfeiler von 1396 zu sehen. (C: Wolfgang
Maahs)
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